Beiträge zum Schützenfest 2017

„.. wie Bolle drauf gefreut“

Darüber hatte sich Ewald Rohe im vergangenen Jahr „wie Bolle gefreut“ – Schützenkönig von Mühlen und Kroge-Ehrendorf. Am kommenden Wochenende (10. – 12. Juni 2017) erlebt der Traum von König Ewald und seiner Frau Silke seinen Höhepunkt: zusammen mit den Schützen aus Mühlen und Kroge-Ehrendorf drei Tage Mühler Schützenfest zu feiern.

Der Schützenverein Mühlen von 1919 e. V. lädt zu seinem traditionsreichen Schützen- und Kinderschützenfest ein. Die Schützenfestmacher setzen auch im 98. Jahr ihres Bestehens auf eine bewährte Mischung, die Alt und Jung, kleine und große Leute auf dem Festplatz an der Schützenstraße für drei Tage zusammenführt. So gehört das Mühler Schützenfest weiterhin zu den beliebtesten.

Mit der legendären Propagandafahrt mit Majestäten, Offizierskorps und Kolpingorchester sind die Offiziellen an verschiedenen Stationen noch am Samstagnachmittag unterwegs, um für ihr Schützenfest zu werben.

Ein volles Programm wartet auf sie und alle Gäste des sommerlichen Volksfestes. Das startet offiziell mit dem Schützenkommers. In diesem Jahr hält die CDU-Bundestagskandidatin Silvia Breher aus Löningen die Festrede. Für die Juristin ist so ein Einsatz auf einem Kommers eine echte Premiere. Die Reihe der honorigen Festredner reicht von Ministerpräsident David Mc Allister und Bundeswirtschaftsminister Phillipp Rösler über den derzeitigen MdB Franz-Josef Holzenkamp und Geistlichen Friedrich Janssen bis hin zu Karnevalspräsident Bernd Tepe und Reiseunternehmer Hans Höffmann. Schützenpräsident Böckmann ist sich aber sicher: „Silvia Breher kriegt das hin! Bei der einzigartigen Kandidatennominierung im Rasta Dome brauchte die Landvolkgeschäftsführerin auch nur zwei Wahlgänge um über 1.800 Mitglieder zu überzeugen und vier männliche Mitbewerber auszustechen. Das wird toll!“

Der Kommers ist eine Veranstaltung für die ganze Familie und startet um 19.15 Uhr mit dem feierlichen Einzug der Fahnenabordnungen und Ehrengäste ins Festzelt. Der Zugang zum Schützenplatz und zur Veranstaltung ist dabei kostenfrei.

Zu dieser hochoffiziellen Feier gehört natürlich auch die Verleihung von Orden und Auszeichnungen durch den Bataillonskommandeur, den Vorstand und den Verbandsvertretern. Musikalisch begleitet das Kolpingorchester Mühlen durchs Programm.

Den „gemütlichen“ Teil, läutet das traditionelle Absingen des Niedersachsenliedes ein. Fast nahtlos schwenkt die Aufmerksamkeit auf die gegenüberliegende Bühne. Die Showband „MAX“ scharrt hier schon mit den Hufen und startet mit dem Ehrentanz der Schützenmajestäten in die erste Partynacht des Schützenfestes.

„Don’t stop the music…“, das haben sich die erfahrenen Musiker für ihre Vorstellung während der drei Tage auf dem Mühler Schützenfest auf die Fahne geschrieben. Die ungehemmte Verbreitung des Party-Virus geht also maximal weiter.

Für alle, die es trotz sommerlicher Temperaturen und Tanzmusik zwischendurch etwas kuschliger mögen, hat sich seit wenigen Jahren die Moselbude als Einkehrmöglichkeit bewährt. Der geschmackvolle Rebensaft erlebt derzeit auf dem Schützenfest ein Comeback. Festwirt Otto Kühling lädt alle Liebhaber und Interessierte zu einer Stippvisite in geselliger Runde.

Und wer nach ausgiebigen Tanzrunden irgendwann doch müde ist, für den stehen am frühen Sonntagmorgen (ab 2 Uhr) Busse bereit, damit das junge Partyvolk sicher nach Hause kommt.

Während sich die für den nächsten Einsatz am Abend erholen, werden andere am jungen Sonntagmorgen bereits mit einem festen Entschluss die Augen aufgetan haben: „Heute hole ich mir die Königwürde!“ Aber auch dafür ist es noch etwas Zeit.

Zunächst steht mit dem Festhochamt für alle Schützenfamilien und einer Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal ein zeremonieller Teil an. Genauso traditionell, bei sommerlichem Wetter im Biergarten allerdings etwas bequemer, ist der Frühschoppen im Vereinslokal.

Um vierzehnnullnull treten die Schützenkompanien an den Kompanielokalen an und marschieren in Richtung Klosterkirche.

Dort auf der Dorfstraße formiert sich nach der Begrüßung durch den Bataillonskommandeur Hugo Fröhle der große Festumzug mit schätzungsweise über 800 Mitwirkenden. Allen voran die amtierenden Schützenmajestäten und die designierten Kindermajestäten dazu die sechs Schützenkompanien des Mühler/Kroge-Ehrendorfer Bataillons, die Kindermajestäten aus Steinfeld sowie die Kolpingorchester aus Mühlen und Steinfeld, der Spielmannszug Vechta-Hagen sowie der Musikverein Vestrup.

Den Anspruch ein Fest für die ganze Familie zu sein, dürfen auch schon die Kleinsten erleben. Mit ihren Erzieherinnen haben die Kindergartenkinder aus Mühlen in den Tagen vor dem Schützenfest ihre Schützenhüte gebastelt. Als Regenbogenkompanie sind sie am Sonntag beim Umzug auch dabei und dürfen sich von den Zuschauern am Straßenrand zujubeln lassen.

Dem Festumzug folgt die Inthronisierung der Kindermajestäten. Für die amtierende Kinderschützenkönigin Luisa Giehoff und ihrem Prinzbegleiter Mattes Ahrnsen, die im zurückliegenden Jahr die Kinderschützen in Mühlen und Kroge-Ehrendorf regierten, heißt es dann die Insignien an die oder den Nachfolger zu übergeben.

Seit 2011 dürfen in Mühlen auch die Mädchen beim Kinderkönigsschießen mitmachen. Seither klappte das mit der Kinderkönigswürde fast immer im Wechsel zwischen Jungen und Mädchen. Im vergangenen Jahr sprach schon das Stärkeverhältnis der Teilnehmer deutlich für eine Kinderkönigin. Nach zwei Stunden war klar, dass es ein Mädchen wird, nach einer weiteren Stunde hatte Luisa Giehoff von der dritten Kompanie im Stechen alles klar gemacht.

Ihre Nachfolge auf dem Kinderkönigsthron haben die jungen Schützen aus Mühlen und Ehrendorf bereits am Freitagnachmittag (09. Juni 2017) ausgemacht. Etwa 60 Kinder sind jedes Mal mit dabei, wenn die Schülerinnen und Schüler des fünften bis siebten Schuljahres auf dem Luftgewehrstand um die Kinderschützenkönigswürde in den Schützenreichen Mühlen und Kroge-Ehrendorf ringen. Im speziellen Bataillonsschießen der Schüler haben sich die weiblichen und männlichen Schützen auf diesen Tag vorbereitet. Mitunter routiniert geht der Nachwuchs in den Stand. Aber auch so mancher Kurzentschlossene hat sich in der Vergangenheit schon als zielsicher und vor allem nervenstark erwiesen.

Und während sich der neue Kinderkönigsthron nach der Proklamation in das Festzelt zurückzieht und der Schützenverein seine Senioren zur Kaffeetafel dorthin einlädt, ist nun die Stunde für all diejenigen gekommen, die am Sonntagmorgen mit diesem einen Entschluss aufgewacht sind – Beginn des Königsschießens.

Abseits des Schützenstands stehen die Besucher mitten im besonderen Volksfesterlebnis. Der Duft von Zuckerwatte und allerlei Leckereien laden zum Probieren ein. Autoscooter, Karussell und Schießwagen sind auch für ambitionierte Schützen eine willkommene Abwechslung mit dem Nachwuchs was zu unternehmen.

Beim Stechen um 19 Uhr auf dem Königsstand, geht es um die höchste Ringzahl. Die Schützenhalle wird für eine gute Stunde zum Hexenkessel. Am Bildschirm verfolgen die Schützen den adrenalingetränkten Wettbewerb der verbliebenen Schützen beim Stechen. Während unten im Schützenstand nach Konzentration und einer ruhigen Hand gerungen wird, hat sich oben lautstarkes Anfeuern des jeweiligen Favoriten eingestellt. Am Ende wird nur einer übrigbleiben und die Nervenstärke haben, seinen Entschluss vom Morgen wahrmachen zu können. Aber der wird sprichwörtlich auf den Schild gehoben unter dem Jubel der Anwesenden die Schützenhalle in Richtung Festzelt wieder verlassen.

Für König Ewald, der formgebende von Konstruktion und Kunststoff, und seiner Silke neigt sich mit dem Tageslicht des Schützenfestsonntags ein unvergessliches Regentschaftsjahr. Vor einem Jahr hatte sich Ewald Rohe von der sechsten Kompanie „Bergjäger“ im harten Stechen gegen vier Mitbewerber durchgesetzt. Nach nur zwei Jahren hatten sicherlich die wenigsten wieder einen Bergjäger als Schützenkönig auf dem Plan, umso größer war die Freude bei Ewald und der sechsten Kompanie. Zusammen mit den Geschwistern, Schwager, Schwägerinnen und Freunden als schlagkräftigem Hofstaat waren Ewald und seine Frau angetreten, die Bande zwischen den Schützenvölkern in Mühlen und Kroge-Ehrendorf noch enger zu knüpfen. Für den begeisterten Schützen eine gern gelebte und mit Bravour erledigte Aufgabe. Ewald danke dafür!

Aber erstmal steht am Sonntagabend eine ausgiebige Feier mit den amtierenden und designierten Majestäten an. Die Showband MAX gibt ihnen und alle Gästen richtig was auf die Ohren.

Der Schützenfestmontag beginnt zumeist mit einem Frühschoppen in den Kompaniegefechtsständen. Die Zeit bis zum Antreten am Nachmittag vertreiben sich die Schützen mit Armbrustschießen, Grillen oder dem Abhalten von schwarzen Messen! Dem Antreten in den Kompanielokalen folgen der Abmarsch zum Vereinslokal und der Festumzug. Der Nachmittag bietet wieder eine gute Gelegenheit, in geselliger Runde Kontakte zu pflegen, mit den Kleinen eine Runde im Karussell oder Autoscooter zu drehen oder alte Bekannte zu treffen, die gerade wegen des Mühler Schützenfestes in die alte Heimat gekommen sind. Gegen 18 Uhr wird im Beisein der benachbarten Königshäuser und von Politik und Geistlichkeit vor dem Bataillon die Proklamation der neuen Schützenmajestäten durch Präsident Reinhard Böckmann vorgenommen.

Danach und bis in den frühen Morgen hinein heißt es noch einmal „don’t stop the music…“ mit der Showband MAX. Der Eintritt am Montag ist übrigens frei.

Schützenkönig Ewald Rohe und Königin Silke, die amtierenden Kindermajestäten Luisa Giehoff und Mattes Ahrnsen, der Vorstand des Schützenvereins Mühlen e. V. von 1919 und der Festwirt Otto Kühling wünschen allen Gästen von nah und fern und allen Schützenfamilien ein wunderschönes Mühler Schützenfest 2017. „Geht auf einander zu und feiert gemeinsam Euer Fest!“

Die passende Lektüre rund um das Mühler Schützenfest liegt mit der Schützenfestzeitung „Blattschuss“ seit dem vergangenen Samstag (02. Juni 2017) in den Haushalten in Mühlen und Kroge-Ehrendorf. Randvoll mit den Beiträgen und Fotos aus dem zurückliegenden Schützenjahr hat die Blattschussredaktion um Thorsten Balster, Lukas Kröger, Jonas Varwig und Michael Wolking in den zurückliegenden Wochen in akribischer Kleinarbeit zusammengetragen, aufbereitet und in Seiten gefasst.

Das erste Exemplar des wie immer werbefreien Blattschuss ging an die aktuellen Schützenmajestäten. Ewald und Silke Rohe freuten sich in der heimischen Residenz über die kurzweilige Neuerscheinung und dankten zusammen mit Präsident Reinhard Böckmann für die geleistete Arbeit.

Die Blattschussredakteure ihrerseits richteten ihren Dank an alle Einsender, die ein weiteres Mal zum Gelingen des Werkes beigetragen haben.

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